In vielen anderen Städten waren sie schon verschwunden - nun verschwinden die
Spatzen auch aus Berlin. Es gebe 70 Prozent weniger als noch vor ein paar Jahren, erzählt Petra Ahne in der
FAZ. Gerade die Schmuddeligkeit der Stadt habe die Kulturfolger hier überleben lassen, es gab ausreichend Nischen. Vorbei, auch das. "Nie hat man sie so richtig beachtet und plötzlich fehlen sie:
das fordernde Tschilpen, die lernfreudige Neugier, die über die Zeit die Gehirne wachsen und die Spatzen zum Beispiel begreifen ließ, wie man die Sensoren elektrischer Türen bedient und so in den Supermarkt kommt. Die Unbeirrbarkeit, mit der sie sich zu einem Leben in Menschennähe entschlossen, darum sogar aufhörten, Zugvögel zu sein." Ursache könnte die "für den Menschen ungefährliche
Vogelmalaria" sein, so Ahne, die hofft, dass sich dagegen ein Mittel wird finden lassen.
Achim Chajim Hecht
nimmt bei den
Ruhrbaronen das politische Kampagnennetzwerk "
Campact" unter die Lupe. Eine Organisation der subventionierten "Zivilgesellschaft" ist sie nicht, so Hecht, denn sie ist nicht gemeinnützig und finanziert sich laut
Transparenzbericht über Spenden. Selbst die Linkspartei, so Hecht, ist neidisch auf Campact, denn die Organisation macht vorwiegend
für die Grünen Wahlkampf und stellt sich dabei als Graswurzelbewegung dar. "Das eigentliche Problem an der Marke Campact ist aber der Etikettenschwindel. Echte Graswurzelbewegungen wachsen organisch aus lokalen Konflikten heraus - sie sind sperrig, unkontrollierbar und oft unbequem für alle Seiten. Und meistens ziemlich pleite. Campact funktioniert exakt umgekehrt:
top-down, durchstrukturiert, mit einem jährlichen Millionenbudget (zuletzt über 26 Millionen Euro Einnahmen), professionellem Daten-Management,
ausgefeilten Algorithmen für zielgerichtetes Micro-Targeting auf Social Media und perfekt getakteten Spendenaufrufen. Der Fachbegriff dafür lautet
Astroturfing - künstlich erzeugter, zentral gesteuerter Druck, der den Anschein einer breiten Volksbewegung erwecken soll."
In Berlin scheint es
immer mehr Obdachlose zu geben, viele von ihnen sind psychisch krank, viele kommen aus osteuropäischen Ländern. Im
Gespräch mit dem Psychologen
Herald Hopf erfahren die Blogger Ellen Daniel und Michael Miersch, wie schwierig dieses Thema
auch für die Behörden ist. Wegsperren bringt jedenfalls nichts. "Die Hürden bei der Zwangseinweisung sind nicht die Hauptursache für das Elend auf den Berliner Straßen. Eine zwangsweise Behandlung verändert nicht viel. Viel wichtiger ist, was
nach einem Klinikaufenthalt passiert, damit es nicht zum 'Drehtüreffekt' kommt. Man könnte auch vorher einiges tun, damit es gar nicht zu einer Einweisung kommt. In Manchester und Birmingham wurden beispielsweise
aufsuchende Teams geschaffen, die psychisch Kranke auf der Straße betreuen. Wenn man schon keine Klinikplätze hat, sollte man wenigstens auf die Betroffenen zugehen und sie langfristig behandeln, mit Medikamenten, Psychotherapie und Sozialarbeit. So etwas gibt es hierzulande lediglich experimentell, organisiert von einigen Kliniken. Jedoch nur in wenigen Fällen und mit hochmotivierten Patienten."