Aus dem Französischen von Martin Budde. Über die Serie: 1957 - der kalte Krieg regiert, Rock'n'Roll-Animal Little Richard findet zum ersten Mal in den Schoss der Kirche zurück, Ghana wird dem Commonwealth angegliedert. Im Herbst observiert die Menschheit Nacht für Nacht den Himmel, denn seit dem 14. Oktober umkreist eine lächerliche Metallkugel der Russen die Erde und macht "Biep-biep-biep"... Massives Fußballfieber greift anlässlich der 1954 in der Schweiz stattfindenden Weltmeisterschaft um sich. Man sammelt Bildchen der Spieler, hetzt in jeder Schulpause hinter dem Ball her und träumt von Mittelstürmerkarrieren - in Wanne-Eickel, Männedorf oder eben Sainte Claire.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 27.11.2003
"Alles ist da, was das Milieu proletarischer Junghelden aus den fünfziger Jahren braucht", eröffnet ein in Sentimentalitäten schwelgender Siggi Seuss seine Besprechung des dritten Bandes der auf vier Bände angelegten Serie "Die Sputnikjahre" des französischen Comiczeichners Baru. Dieser schafft beständig "aufregend und abwechslungsreiche" Perspektiven, lobt Seuss. Sein Stil wie auch sein "enormes Gespür für Atmosphäre und Authentizität" sind dem Herges ("Tim und Struppi") nicht unähnlich, befindet der begeisterte Rezensent, doch "tauchen" die Figuren des Franzosen weit mehr in die Tiefen und "Wirklichkeit ihrer Zeit ein, als es der pfiffige Reporter Tim jemals vermochte". Thema des Bandes ist der durch die "Kommunisten vor Ort" zu feiernde "ruhmreiche Etappensieg" der Sowjets, die gerade den ersten Satelliten in die Umlaufbahn geschossen haben, selbstredend, dass der Träumer Igor mitsamt Kumpanen daran teilhaben will!
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