Dass der Zusammenbruch des ?Dritten Reiches? einerseits, die Gründung und Konsolidierung der Bundesrepublik andererseits die im deutschen öffentlichen Sprachgebrauch gepflegte Semantik tiefgreifend verändert haben, ist keine kühne Hypothese. Elementare politische, rechtliche, ethische und kulturelle Begriffe unterlagen in der Nachkriegszeit einem Bearbeitungsdruck, der sich nicht schon mit der Vermeidung oder förmlichen Tabuisierung spezifisch nationalsozialistischer Begrifflichkeit aufheben ließ. Der vorliegende Band versammelt Beiträge zu einer kulturbereichsspezifisch differenzierten Vermessung des begriffsgeschichtlichen Schwellenwerts der Nachkriegszeit - ergänzt um Theorieskizzen zum Gegenstand und zur Methode begriffsgeschichtlicher Untersuchungsgänge innerhalb einer kultur- und sozialgeschichtlich aussagefähigen historischen Semantik.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.05.2003
Ulrich Raulff zeigt sich begeistert von dem vorliegenden Werk, welches zum 80. Geburtstag Rainhart Koselecks erschienen ist. Anhand des Wortes Staat demonstriert Koseleck die Emanzipation zu einem echten Grundbegriff, von seinen Wurzeln "Stand" und "Status" zu seinem heutigen Gebrauch. Weiterhin werden eine Reihe von politisch-kulturellen Begriffen der Nachkriegsgeschichte wie "Schuld", "Abschreckung" und "Kalter Krieg" untersucht. Ins Schwärmen gerät der Rezensent, als er auf die Überlegungen Hermann Lübbes zur "Wortgebrauchspolitik" zu sprechen kommt. Diese bezeichnet er als gewohnt "scharfsinnig und kurzweilig".
Caroline Wahl: 1999 Meter über dem Meer Der Selbstfindungstrip nach Bali? Samara hat niemanden gefunden. Die hippe Agentur in Berlin-Mitte? So öde wie irgendein anderer Job. Samara weiß, was sie alles nicht mehr… Valeria Gordeev: Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle Konstantin und Lada haben den Kontakt verloren. Während Konstantin in einem unterirdischen Forschungslabor festsitzt, das Lenins Leichnam konserviert, kämpft seine Schwester… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre…