Bobby war der erste Gorilla, der in einem europäischen Zoo vom Babyaffen zum Fünf-Zentner-Riesen heranwuchs: eine Sensation, ein Zuschauermagnet, eine Geldmaschine. 1928 kam er nach Berlin, 1935 starb er an Blinddarmentzündung. Nach der Obduktion stopfte man ihn aus. Bis heute sitzt er im Berliner Naturkundemuseum, erneut als Hauptattraktion. "Bobby. Requiem" für einen Gorilla erzählt seine ungeheuerliche Geschichte, die auch eine Geschichte der Grausamkeit ist, und der menschlichen Überheblichkeit.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 18.09.2019
Aus Zeitdokumenten unterschiedlichster Couleur rekonstruiert Christian Welzbacher die Geschichte des Gorilla-Babys Bobby, das 1928 zum Entzücken des Publikums in den Berliner Zoo kam. Den großen Reiz dieses Buches sieht Rezensent Frank Kaspar in dem Vertrauen, das Welzbacher den Originaltönen von Besuchern, Zoodirektoren, Wissenschaftlern und Tierfilmern entgegenbringt: Sehr klar erkennt man in jeder Äußerung über den Affen das dahinterstehende Menschenbild. Allerdings sieht er darin auch das Manko des Buches. Bei manch heiklen Äußerungen hätte er sich doch eine Einordnung gewünscht. Die Stimme des Autors selbst fehlt ihm.
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