Claudia Kemfert

Kurzschluss

Wie wir unsere Energiezukunft verspielen
Cover: Kurzschluss
Campus Verlag, Frankfurt am Main 2026
ISBN 9783593521855
Gebunden, 264 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

"Heizungshammer", "Verbotskultur", "Dunkelflaute" - die Energiewende zerreißt Familien und Freundeskreise, spaltet Gesellschaft und Wirtschaft. Wie lange bleibt unsere Zukunft noch planbar? Was wird aus meinem Eigenheim, wenn die nächste Krise kommt? Wer wird am Ende wirklich zahlen müssen? Rast Deutschland sehenden Auges in den Abgrund? Die brutale Realität: Das 1,5-Grad-Ziel ist Geschichte, Ressourcenkriege verwüsten bereits ganze Kontinente. In ihrem neuen Buch konfrontiert Claudia Kemfert uns mit den heute neu gestellten klimapolitischen Fragen und deckt auf, wo Mythen gefährliche Realitäten verschleiern. Sie zeigt, welche Technologien noch funktionieren könnten und wie der Gasausstieg Deutschland zum Technologie-Weltmarktführer macht - wenn uns die Zeit bleibt. 

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.08.2026

Claudia Kemfert ist eines der "Gesichter der Energiewende", zudem Professorin in Lüneburg, erklärt Rezensentin Hanna Decker. Kemfert weiß also, wovon sie spricht, wenn sie Politikern in Berlin und Brüssel vorwirft, sich zu sehr auf Fossiles zu verlassen. Deswegen kann sie auch überzeugend Mediendebatten wie den Dieselskandal aufschlüsseln und skizzieren, wie zum Beispiel Power-to-X-Anlagen und Wärmepumpen zur nötigen Wende beitragen, findet Decker. Dennoch ist sie mit dem Buch nicht recht zufrieden: Der "Vorwurf der Schönfärberei" wird nicht ohne Grund erhoben, denn die Investition in Wärmepumpen mag sich zwar lohnen, bringt denen, die sie gar nicht finanzieren können, aber auch nichts. Auch die Beschäftigten der Automobilindustrie und ihre Sorgen um den Job hätte man ernstnehmen sollen, moniert die Kritikerin. Auch, dass sie von teuer importierten Solaranlagen spricht und kurz darauf den gesunkenen Preis chinesischer Module lobt, sorgt bei ihr für Fragen. Mut machen für Neues findet die Rezensentin abschließend nicht verkehrt, hätte aber gern gesehen, dass Sorgen und Probleme hier nicht einfach abgetan werden.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.04.2026

Der Iran-Krieg macht dieses Buch leider sehr aktuell, seufzt Rezensent Thomas Hummel: Claudia Kemfert kümmert sich am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung um die Abteilung für Energie, Verkehr und Umwelt und setzt sich für die Abkehr von fossilen Brennstoffen ein. In Interviews tritt sie energisch und entschlossen auf, erfahren wir, aus dem rechten Spektrum erfährt sie immer wieder Anfeindungen, da sie mit vielen Fakten aufwartet, die die Notwendigkeit einer konsequenten Wende der Energiepolitik bezeugen. So stellt sie in ihrem Buch beispielsweise Technologien vor, mit denen Wind- und Sonnenenergie gespeichert werden können, zeigt aber auch, dass der Begriff "Technologieoffenheit" oft zweckentfremdet wird, um den nötigen Wandel zu blockieren, wie Hummel schildert. Die Hetze gegen Robert Habeck beschreibt sie als "orche strierte Desinformationskampagne", erklärt der Kritiker, der beeindruckt ist von dieser Autorin, die sich nicht einschüchtern lässt. 

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