Mit 40 Abbildungen und 11 Karten. Stand der Ausgang des Ersten Weltkriegs auf Messers Schneide? 100 Jahre nach der deutschen Niederlage zeichnet Holger Afflerbach die militärischen Entwicklungen nach, analysiert die politisch-strategischen Entscheidungen und zeigt, dass der Krieg auch anders hätte ausgehen können. Ein deutscher Sieg war schon nach dem Scheitern der Westoffensive im Herbst 1914 in weite Ferne gerückt. Doch gibt es nicht nur Sieg oder Niederlage. In seinem auf zahlreichen neuen Archivrecherchen basierenden Buch zeigt Holger Afflerbach, dass ein Unentschieden das logische Ergebnis des Ersten Weltkriegs gewesen wäre - wenn die deutsche Führung nicht schwere Fehler begangen hätte. Doch auch die Politik der Alliierten muss sehr viel kritischer gesehen werden, als es heute geschieht. Die deutsche Politik war nicht so eindeutig auf umfassende Eroberungen festgelegt, wie es dem allgemeinen Urteil entspricht, und die deutschen Friedensvorstöße hätten die Möglichkeit geboten, den Krieg zu beenden, bevor er Europa in den Abgrund riss. Doch die Alliierten gingen nicht auf sie ein, weil sie auf den Sieg gegen Deutschland fixiert waren und an ihren eigenen imperialistischen Plänen festhielten.
Rezensent Herfried Münkler liest die Studie des Historikers Holger Afflerbach mit Gewinn. Die "fundamentale" Infragestellung der heutigen geschichtspolitischen Wahrnehmung des Ersten Weltkriegs unternimmt der Autor laut Münkler mittels ausführlicher Darstellung des Krieges, seines militärischen Verlaufs und der politischen Handlungen. Der Krieg selbst bildet laut Rezensent im Buch nur das "Hintergrundrauschen", was die Lektüre mitunter zäh macht, so Münkler, die These von der Verweigerung einer rechtzeitigen Kriegsbeendigung seitens der Entente aber durchaus befördert.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.03.2018
Rezensent Joachim Käppner will die Thesen des in Leeds lehrenden Historikers Holger Afflerbach zum Ersten Weltkrieg nicht komplett verdammen. Es ist ja richtig, dass Großbritannien die eigenen Fehler viel zu gering einschätzt und die Schuld des Deutschen Reichs zu hoch. Ein differenzierter Blick kann also nie schaden. Aber dieses Buch, geht dem Rezensenten dann doch zu weit. Wenn Afflerbach der "verbissenen und ungeheuer schädlichen alliierten Siegfriedensstrategie" die Schuld am verpassten Friedensschluss zuweist, klingt das für Käppner wie aus dem Jahr 1928. Auch die Behauptung, dass das deutsche Herr und das deutsche Volk den Sieg im Westen als schnellsten Sieg zum Frieden wollten, kann der Rezensent nicht ernst nehmen. Was ist mit der ungeheuren Hybris, mit der die Eliten des Kaiserreichs agierten? Die spielen bei Afflerbach keine Rolle. Und dass er am Ende meint, es sei zweitrangig, ob man den Aufstand der Kieler Matrosen 1918 als "Massenkampfverweigerung, Meuterei, Militärstreik oder Revolution" bezeichne, entlockt dem Rezensenten nur noch Kopfschütteln.
Caroline Wahl: 1999 Meter über dem Meer Der Selbstfindungstrip nach Bali? Samara hat niemanden gefunden. Die hippe Agentur in Berlin-Mitte? So öde wie irgendein anderer Job. Samara weiß, was sie alles nicht mehr… Valeria Gordeev: Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle Konstantin und Lada haben den Kontakt verloren. Während Konstantin in einem unterirdischen Forschungslabor festsitzt, das Lenins Leichnam konserviert, kämpft seine Schwester… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre…