Marta ist Schülerin, Arthur Referendar. Arthur interessiert sich für Marta, und Marta fühlt sich von Arthur angezogen - warum, weiß keiner von beiden so genau. Marta ist unerfahren und naiv, Arthur ein wortkarger Eigenbrötler. Trotzdem beginnen sie eine Affäre - und bleiben über 40 Jahre lang, bis zu Arthurs Tod, zusammen.
Rezensentin Christel Wester kann Katja Schönherrs Debütroman trotz seiner unbehaglichen Grundstimmung nicht aus der Hand legen. Der "Anti-Liebesroman" erzählt in Rückblenden von Martas Leben, die, als Kind vom Liebhaber der Mutter sexuell missbraucht, während ihrer Schulzeit den 16 Jahre älteren Referendar Arthur kennenlernt und in einer toxischen Beziehung mit ihm alt wird. Die Rezensentin lobt, dass Schönherr dabei nicht, wie der symboltlastige Romananfang vermuten lasse, in melodramatische Strukturen verfalle, sondern ein sprachlich nüchternes Kammerspiel und Psychogramm schaffe - eindrucksvoll auch, wie makaber bis verstörend die Autorin Martas "Zurichtung" von Arthurs Leichnam nach seinem Tod beschreibt, findet Wester. So kommt es bei der Rezensentin zwar fast schon zur Ablehnung der Lektüre gegenüber, die die Autorin jedoch durch erzählerische Raffinesse wieder ausgleiche, erklärt Wester. Ein spannendes und "starkes Debüt" über Traumata und Verdrängung, schließt sie.
Caroline Wahl: 1999 Meter über dem Meer Der Selbstfindungstrip nach Bali? Samara hat niemanden gefunden. Die hippe Agentur in Berlin-Mitte? So öde wie irgendein anderer Job. Samara weiß, was sie alles nicht mehr… Valeria Gordeev: Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle Konstantin und Lada haben den Kontakt verloren. Während Konstantin in einem unterirdischen Forschungslabor festsitzt, das Lenins Leichnam konserviert, kämpft seine Schwester… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre…