Mit eigenwilliger Poesie erzählt Marie T. Martin von ihren dünnhäutigen Helden, für die ein fremder Wohnungsschlüssel den Eintritt in ein neues Leben verspricht, die all ihre Hoffnungen auf einen spontanen Urlaub mit dem alten Schulfreund oder auf die Antwort ihrer geheimen Luftpost richten, und die manchmal von dieser Hoffnung nicht enttäuscht werden. Zumindest für einen kurzen Moment.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.09.2011
Oder handelt es sich doch um zwei verschiedene Autorinnen am Werk? Für Andrea Diener ist das durchaus im Bereich des Möglichen, derart unterschiedlich kommen die Geschichten in diesem Band daher, qualitativ. Der einen Autorin möchte Diener zurufen: Mädchen! Schreib doch nicht immer wie ein Mädchen (aus der Leipziger Mädchenschreibwerkstatt), nicht so hellblau, so poetisch, lakonisch, schräg, dass es wehtut. Der anderen: Wunderbare Story! Geschrieben mit Interesse an den Menschen (nicht Mädchen) und ihrem Gekraxel, mit Gespür und Auge und einer Sprache, die noch was anderes will, als poetisch zu sein.
Caroline Wahl: 1999 Meter über dem Meer Der Selbstfindungstrip nach Bali? Samara hat niemanden gefunden. Die hippe Agentur in Berlin-Mitte? So öde wie irgendein anderer Job. Samara weiß, was sie alles nicht mehr… Valeria Gordeev: Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle Konstantin und Lada haben den Kontakt verloren. Während Konstantin in einem unterirdischen Forschungslabor festsitzt, das Lenins Leichnam konserviert, kämpft seine Schwester… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre…