Perikles Monioudis beschreibt in seinen neuen Erzählungen, die in verschiedenen europäischen und außereuropäischen Städten spielen, Momente der Irritation und der Entscheidung. Der Vater ist gestorben, sein Hund muß nun versorgt und von Mailand zurück in die Hügel um Bergamo gebracht werden, eine Verehrerin taucht auf; ein Schiff mit albanischen Flüchtlingen legt im Hafen Athens an, die Erinnerung an eine Amour fou wird wachgerufen. Als könne es keine angemessene Zeit für Nähe geben, sind es auch immer Geschichten, in denen Begegnungen scheitern.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.12.1999
In einer knappen Besprechung würdigt Martin Krumbholz die "kosmopolitischen Liebesgeschichten" des 1966 in der Schweiz geborenen Autors als schöne Beispiele "erzählerischer Diskretion". Alle sieben Geschichten des Bandes stellten in einer für den Autor typischen dialogischen Erzählstruktur ("Ich" und "Sie") auf minimalistisch-poetische Weise das Thema Liebe vor, - in Kairo, New York, Mailand und Athen. Auch wenn es meist nur um Fragmente des Liebens und sein Scheitern gehe, so nähre der "Reichtum an konkreten Details" doch die Phantasie, schreibt Krumbholz.
Caroline Wahl: 1999 Meter über dem Meer Der Selbstfindungstrip nach Bali? Samara hat niemanden gefunden. Die hippe Agentur in Berlin-Mitte? So öde wie irgendein anderer Job. Samara weiß, was sie alles nicht mehr… Valeria Gordeev: Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle Konstantin und Lada haben den Kontakt verloren. Während Konstantin in einem unterirdischen Forschungslabor festsitzt, das Lenins Leichnam konserviert, kämpft seine Schwester… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre…