Zwischen Überbehütung und Existenzangst: Warum sich junge Menschen von der politischen Mitte abwenden.
Goldmann Verlag, München 2026
ISBN
9783442302444 Gebunden, 288 Seiten, 24,00
EUR
Klappentext
Lange galt die Annahme, die Jugend lege Wert auf Nachhaltigkeit, Gendern und Wokeness - Klischees, die spätestens seit der Bundestagswahl 2025 widerlegt sind. Hier wählte jeder Fünfte unter den 18- bis 24-Jährigen die AfD, in einigen Regionen war es sogar jeder Zweite bis Dritte; nur die Linke schnitt in dieser Gruppe noch besser ab. Was auffällt: Die AfD ist die beliebteste Partei unter den jungen Männern, bei den jungen Frauen gewinnt die Linke. Ist die Jugend ein Spiegelbild der politischen Polarisierung in unserem Land? Rüdiger Maas hat im Rahmen zahlreicher repräsentativer Studien Einblicke in die Lebenswirklichkeit junger Menschen gewinnen können. In unzähligen Interviews, die er mit seinem Forscherteam vom Institut für Generationenforschung führte, sprach er mit jungen Menschen, statt nur über sie. Maas klärt darüber auf, was junge Menschen heute bewegt, welche Rolle die Sozialen Medien bei der politischen Meinungsbildung spielen und was extreme Erziehungsstile, wie die Überbehütung, mit der Anziehung für autoritäre Kräfte zu tun haben.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 31.08.2026
Rezensentin Karin Janker liest das neue Buch des Generationenforschers Rüdiger Maas mit einigen Vorbehalten. Die in der Presse behandelte Frage, inwieweit die Ergebnisse von Maas' Feldforschung unter Jugendlichen wissenschaftlichen Maßstäben genügen, begleitet für Janker die Lektüre. Dass der Autor junge Menschen "auf der Straße" befragt hat, um herauszufinden, was sie die AfD wählen lässt, findet Janker allerdings gut und die Fallgeschichten eindrücklich. Aber die Bedeutung der vielen Anführungszeichen im Text ist für die Rezensentin nicht klar einzuordnen. Geschrieben ist das Buch "süffig", gibt Janker zu. Wie repräsentativ die Geschichten sind, kann Janker aber nicht einschätzen, und empririsch belegen kann Maas die genannten Gründe für die Attraktivität extremer Parteien unter jungen Leuten auch nicht, meint sie.
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