Aus dem Englischen von Astrid Finke. Ein riesiges Gebäude, in dem sich endlos Räume aneinanderreihen, verbunden durch ein Labyrinth aus Korridoren und Treppen. An den Wänden stehen Tausende Statuen, das Erdgeschoss besteht aus einem Ozean, bei Flut donnern die Wellen die Treppenhäuser hinauf. In diesem Gebäude lebt Piranesi. Er hat sein Leben der Erforschung des Hauses gewidmet. Und je weiter er sich in die Zimmerfluchten vorwagt, desto näher kommt er der Wahrheit - der Wahrheit über die Welt jenseits des Gebäudes. Und der Wahrheit über sich selbst.
Rezensent Wieland Freund scheint verwirrt angesichts des neuen Buches von Susanna Clarke. Zunächst ist er enttäuscht, dass Clarke nicht an ihren Fantasy-Bestseller von 2004 anknüpft, dann aber ahnt er, was dieser neue Text sein könnte: Ein Dokument des Rückzugs (den die Autorin tatsächlich auf radikale Weise vollzog), der perfekte Lockdown-Roman, die Beschreibung einer seelischen Erkrankung? Clarkes Held aber, gefangen in seiner Wahnwelt, ein unzuverlässiger Erzähler dazu, entpuppt sich für Freund schließlich als Hans im Glück. Seine Genügsamkeit scheint Freund am Ende sogar erstrebenswert.
Caroline Wahl: 1999 Meter über dem Meer Der Selbstfindungstrip nach Bali? Samara hat niemanden gefunden. Die hippe Agentur in Berlin-Mitte? So öde wie irgendein anderer Job. Samara weiß, was sie alles nicht mehr… Valeria Gordeev: Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle Konstantin und Lada haben den Kontakt verloren. Während Konstantin in einem unterirdischen Forschungslabor festsitzt, das Lenins Leichnam konserviert, kämpft seine Schwester… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre…